Author


Jean-Marc Hensch__Geschäftsführer Swico

Pixels gegen Medienbruch

In der guten alten Zeit war alles so «einfach»: Man ging auf die Bank, hob das nötige Geld ab und ging zum Postschalter, um mittels zu Hause sorgfältig ausgefüllten Einzahlungsscheinen seine Rechnungen zu bezahlen.

Im Zeitalter der Digitalisierung sind die Anforderungen insbesondere im Firmenbereich ganz anders geworden. Unternehmen bearbeiten ihre Zahlungsein- und -ausgänge heute mit elektronischen Mitteln. Am liebsten würden sie natürlich vollelektronisch völlig ohne Rechnung auf Papier auskommen, aber zu 100% ist das noch auf viele Jahre hinaus unrealistisch.

Trotzdem: Die Papierrechnung mit Einzahlungsschein hat sich überlebt. Ihr grosses Problem: Sie führt zu einem Medienbruch, zu Neuerfassung, Aufwand und Fehlerquellen. Finanzinstitute haben die Zeichen der Zeit verstanden und gemeinsam nach einer zukunftsfähigen Lösung gesucht: Mit ISO 20022 wird ein neuer Standard etabliert, um sämtliche buchungsrelevanten Angaben inkl. individuellen Kunden- und Referenznummern sowie Terminen elektronisch zu übermitteln.

PaymentsStandards.CH hat aber auch erkannt, dass eine Harmonisierung innerhalb des Finanzwesens allein nicht ausreicht, wobei Swico an dieser Erkenntnis nicht ganz unschuldig war: Denn heute verkehren die meisten Unternehmen nicht direkt mit ihrem Finanzinstitut, sondern haben den Zahlungsverkehr in ihre IT eingebettet, welche von der Produktion über das Personal bis hin zum Marketing alle Unternehmensbereiche integriert. Diese Systeme heissen neudeutsch «Enterprise Ressource Planning», kurz ERP, und verwalten auch das Finanz- und Zahlungswesen.

Swico hat daher die Interessen der ERP-Anbieter gebündelt, um in einem konstruktiven Dialog mit PaymentStandards.CH die Anforderungen von dieser Seite einfliessen zu lassen. Das Ergebnis ist aus Sicht der ERP-Anbieter sehr zufriedenstellend: Sie können nun ihre Produkte so gestalten, dass die notwendigen Informationen mittels standardisierter Schnittstelle elektronisch übernommen und übergeben werden.

Hauptnutzniesser dieser guten Zusammenarbeit sind aber die unzähligen Unternehmen in der Schweiz, welche nun die Verarbeitung von Zahlungen intern medienbruchlos, fehlerfrei und mit wesentlich weniger Aufwand verarbeiten können.

Zu den Stärken des Innovationsstandorts Schweiz gehört, dass wir über eine ausgezeichnete Infrastruktur verfügen, wie zum Beispiel ausländische Firmen, die zu uns ziehen, immer wieder betonen. Ich behaupte: Der Einzahlungsschein und sein Nachfolger, der QR-Code, gehört genauso zur Basisinfrastruktur unseres Landes wie die Autobahnen oder das Stromnetz.