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Harmonisierung Zahlungsverkehr – Der Countdown läuft

Digitaler Impuls für die Schweiz – grösstes Finanzinfrastrukturprojekt seit 30 Jahren

Mit der Vereinheitlichung des Schweizer Zahlungsverkehrs werden alle bisherigen Formate, Verfahren und Einzahlungsscheine abgelöst. Neu funktioniert der Zahlungsverkehr auf der Basis des weltweit anerkannten Standards ISO 20022. Der Zahlungsprozess in der Schweiz wird digitalisiert und somit für alle Marktteilnehmer deutlich effizienter und wirtschaftlicher. Die Schweizer Finanzinstitute schliessen ihre Umstellung bis Ende 2017 ab, Firmenkunden bis spätestens Mitte 2018.

Digitalisierung und Regulierung sind die zwei wesentlichen Treiber für das Projekt. Der Anteil der elektronisch ausgeführten Kundenzahlungen beträgt mittlerweile 74% und nimmt stetig zu. Trotzdem ist der Kreislauf von der Rechnungsstellung bis zum Zahlungseingang noch nicht medienbruchfrei, was für Firmen- und Privatkunden mit manuellem Aufwand verbunden ist. Zeitliche Dringlichkeit erfährt das Projekt durch die seit 2016 angepassten regulatorischen Vorgaben. Mit der Umstellung auf ISO 20022 wird diese Umsetzung unterstützt und die Arbeitsschritte vereinfacht.

Umstellung auf einen erprobten Standard

Die Schweiz ist global stark vernetzt, über die Hälfte der grenzüberschreitenden Überweisungen werden in Euro ausgeführt. Der Schweizer Finanzplatz hat sich entschieden, die Harmonisierung auf der Basis des auch im Euroraum eingesetzten und international anerkannten Standards ISO 20022 anzugehen. Die EU hat ihren Euro-Zahlungsverkehr bereits 2014 auf ISO 20022 umgestellt. Auch in Ländern wie Japan und Australien kommt ISO 20022 bereits zum Einsatz. Im Zuge der Angleichung werden ihre historisch gewachsenen Formate, Verfahren und Belegarten auf ISO 20022, und damit einem erprobten und zukunftssicheren Standard, umgestellt.

Die Neuerungen

Die sieben verschiedenen Einzahlungsscheine werden abgelöst von einem digital lesbaren QR-Code, der alle Daten für die Zahlung beinhaltet. Die neue Lösung heisst QR-Rechnung und vereinfacht für Unternehmen und Konsumenten die Handhabung von Rechnungen und Überweisungen. Unternehmen können die QR-Rechnung selber drucken, und der Rechnungsempfänger kann seine Zahlungen mit wenigen Klicks über ein Smartphone oder andere Lesegeräte auslösen. Alle für die Zahlung notwendigen Informationen sind auch ohne technische Hilfsmittel lesbar. Zahlungen am Postschalter oder auf dem Postweg sind nach wie vor möglich, und die Daten können auch weiterhin im E-Banking manuell eingegeben werden. Als Folge der durchgehenden Digitalisierung wird die Kommunikation zwischen den Finanzinstituten und ihren Kunden einfacher und schneller. Fehler bei der Eingabe von Zahlungsinformationen werden im E-Banking und der Firmensoftware direkt angezeigt und können sofort korrigiert werden, was Zeit sowie Nachforschungsaufträge einspart. Durch den beschleunigten Informationsaustausch mit den Banken können Firmenkunden zudem ihr Cash Management optimieren. Im Zuge der Harmonisierung werden auch die zurzeit unterschiedlichen Lastschriftverfahren der PostFinance und der anderen Banken vereinheitlicht.

Insgesamt wird der ganze Zahlungsprozess vom Rechnungssteller zum Rechnungsempfänger standardisiert und durchgehend automatisiert.

Situativer Anpassungsbedarf

ISO 20022 löst alle bisher eingesetzten Formate zur Zahlungsabwicklung zwischen Firmenkunden und Finanzinstituten ab. Unternehmen und Organisationen mit einer Buchhaltungssoftware oder einem ERP-System sind aufgefordert, ihre Systeme auf ISO 20022 anzupassen und den Ablauf sowie Zeitpunkt mit ihrem jeweiligen Finanzinstitut und dem Softwarehersteller zu besprechen. Die unterschiedlichen Kontonummern der Schweizer Finanzinstitute werden durch die standardisierte IBAN ersetzt. Somit müssen alle Rechnungssteller und -empfänger ihre alten Kontonummern bis zum Ende der Umstellung ersetzen und statt Einzahlungsscheine die neue QR-Rechnung für die Fakturierung respektive Zahlung nutzen.

Zeitplan für die Umstellung

Die Finanzinstitute stellen ihre Systeme bis Ende 2017 auf ISO 20022 um. Die Firmenkunden folgen bis Mitte 2018. Der genaue Ablauf und Zeitplan wird zwischen den Finanzinstituten und den Kunden definiert. Die QR-Rechnung kann erst eingeführt werden, wenn die Umstellung auf ISO 20022 schweizweit abgeschlossen ist. Der Zeitplan für die Einführung der QR-Rechnung wird zusammen mit den technischen Spezifikationen am 27. April 2017 von PaymentStandards.CH kommuniziert.

Ein Impuls für die digitale Schweiz

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs unterstützt die digitale Transformation, die sich zurzeit in der ganzen Wirtschaft und Gesellschaft vollzieht. Damit leistet der Zahlungsverkehr einen wesentlichen Beitrag zu einer durchgehend digitalen Schweiz. Gleichzeitig ist das moderne Zahlungssystem vorbereitet, um zukünftige technologische und regulatorische Anforderungen effizient zu erfüllen.

Alle Informationen zur Harmonisierung des Zahlungsverkehrs finden sich unter www.PaymentStandards.ch/activating. Das Bild zur neuen QR-Rechnung ist hier abrufbar.

Für Fragen steht Ihnen Stephan Meier, Head Media Relations, gerne zur Verfügung.

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PaymentStandards.CH

PaymentStandards.CH ist das offizielle Kommunikationsorgan der Schweizer Finanzinstitute zur Standardisierung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs. Die Finanzinstitute arbeiten bei der Umsetzung des Infrastrukturprojekts eng mit den Unternehmen und der ICT-Branche zusammen. Gemeinsam treiben sie die digitale Transformation im Zahlungsverkehr voran und setzen so einen wertvollen Impuls für die ganze Schweiz.

www.PaymentStandards.ch/activating

SIX Interbank Clearing

SIX Interbank Clearing betreibt im Auftrag und unter Aufsicht der Schweizerischen Nationalbank das Zahlungssystem SIC. Damit werden Schweizer-Franken-Zahlungen in Echtzeit und auf Bruttobasis zwischen Finanzinstituten abgewickelt.

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