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Rückblick auf die Infoveranstaltung für Banken

«Harmonisierung Zahlungsverkehr – was Banken jetzt tun müssen» war der Titel der Veranstaltung, zu der PaymentStandards.CH und die Fachschule für Bankwirtschaft am 31. August eingeladen hatten. Dass die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs ein Kraftakt mit Vorteilen für die ganze Schweiz ist, erschloss sich den rund 60 Teilnehmenden recht schnell.

«Gemeinsam oder gar nicht», lautet das Resümee der Referenten an der gut besuchten Informationsveranstaltung für Banken. Dass die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs nicht einfach wird, verdeutlicht bereits Daniela Stehli-Wiederkehr von der Fachschule für Bankwirtschaft in ihrer Begrüssungsrede. Sie setzt die Aufgabe einer stillen Revolution gleich. Während im Vordergrund der Zahlungsverkehr auf gewohnt hohem Niveau abgewickelt wird, werden im Hintergrund wesentliche Bausteine des Gesamtsystems erneuert oder ganz ersetzt. Kein Stein bleibt auf dem anderen.

Diese Einschätzung teilt Boris Brunner von SIX Interbank Clearing: «Die neuen digitalen Zahlungsprozesse und -verfahren vereinfachen die Arbeitsabläufe für alle. Bis es so weit ist, gibt es aber noch viel zu tun. Gerade für Banken», betont er in seinem Referat. «Sie müssen nicht nur ihre eigenen Systeme auf ISO 20022 umstellen, sondern auch ihre Firmenkunden zu diesem Schritt motivieren und sie dabei begleiten.» Die Umstellung der technischen Normen ist komplex und gleichzeitig auch abstrakt. Es sei deshalb kein Wunder, dass die QR-Rechnung im ganzen Migrationsprozess viel Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Der QR-Code-Nutzen lässt sich in wenigen Worten beschreiben und ist greifbar wie Papier. «Die Krux an der Sache», erklärt Brunner, «ist, dass gerade derjenige, der seinen Kunden die Vorteile der QR-Rechnung zur Verfügung stellen will, zuerst auf ISO 20022 umstellen muss.» Nur mit den strukturierten Meldungstypen im XML-Datenformat – pain und camt – lassen sich alle im QR-Code enthalten Informationen end-to-end transportieren. Im DTA-Format finden die Informationen zur Erfüllung der gesetzlichen Aufsichtspflicht keinen Platz. Sie würden so wortwörtlich auf der Datenstrasse liegen bleiben und müssten nachträglich von Hand erfasst werden. «Umso wichtiger ist es, dass Banken rechtzeitig bis Ende November 2017 ihre Systeme bereit haben und Kunden sehr aktiv und konsequent bis Ende Juni 2018 begleiten», fordert Brunner am Schluss seiner Präsentation: «Wer zu spät ist, muss mit manuellem Aufwand und Verzögerungen bei den Zahlungen und Meldungen rechnen.»

Raphael Bättig von Sage Switzerland schliesst sich den Voten seines Vorredners an: «Es gibt nicht die Migration. Jeder Kunde und damit jedes Projekt und jede Diskussion ist anders.» Bättig betont, wie wichtig der konstante Kundendialog sei. «Einmal sagen ist keinmal sagen. Es braucht laufende Informationsarbeit.» Der Migrationsaufwand hänge ganz entscheidend von der individuellen Kundensituation ab und lasse sich nur im Dialog evaluieren. Von routinemässigen Softwareupdates bis zum komplexen Migrationsprojekt, das über mehrere Abteilungen geführt werden muss, sei alles möglich. Der Dialog müsse frühzeitig starten. Wenn alle bis zum Schluss warten würden, könnten Kapazitätsengpässe eine termingerechte Migration erschweren. Bättig verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass Banken, Kunden und Softwareunternehmen zusammenarbeiten, nur so liessen sich alle Probleme rechtzeitig erkennen und lösen.

Den Schlusspunkt des Abends setzt Patrick Graf von PostFinance. Ihre Firmenkunden müssen bereits bis Ende 2017 ihre Systeme auf ISO 20022 umgestellt haben. Entsprechend weit ist man bei der Vorbereitung dieses fast schon historisch bedeutenden Ereignisses. «Der Weg war nicht einfach», fasst Patrick Graf seine Erfahrungen zusammen. Nach einer langen Vorbereitungsphase hat PostFinance Anfang 2016 angefangen, ihre Kunden in Wellen umzustellen. «Grosskunden wollen in der Regel keinen Big Bang, sie bevorzugen die Verteilung über eine längere Periode, das ist zeitintensiv.» Es sei zudem nicht ganz einfach gewesen, sich bei Firmenkunden das nötige Gehör für die Dringlichkeit zu verschaffen. «Wir haben intensiv über alle Medien- und Dialogkanäle informiert, am Ende blieb bei zahlreichen Kunden nur der Weg des eingeschriebenen Briefs.» PostFinance hat in den letzten Jahren viel Überzeugungsarbeit geleistet. «Kunden die bereits umgestellt haben, sehen in der Regel aber auch die Vorteile», so Graf und fasst diese in seinem Schlussstatement zusammen: «Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz – ein Kraftakt für eine digitalere Schweiz.»

Präsentationen an der Infoveranstaltung vom 31. August 2017:

Harmonisierung Zahlungsverkehr – was Banken jetzt tun müssen
Hintergründe, Ziele und Vorteile, QR-Rechnung, Zeitplan
Welche Unterstützung bieten Softwarepartner?
Erfahrungen bei der Kundenumstellung

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