Bereit für ISO 20022

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs ist in vollem Gange. Ein wichtiges Etappenziel ist die Umstellung der Buchhaltungssoftware bei Firmenkunden auf ISO 20022 bis Ende Juni 2018. Unternehmen, die ihre Buchhaltungssoftware auf den neuen Standard umgestellt haben, können ihre Zahlungen weiterhin reibungslos ausführen und Kontobewegungen automatisch abgleichen. Zudem verfügen sie mit ISO 20022 über eine wichtige technische Voraussetzung für die Ablösung der Einzahlungsscheine durch die QR-Rechnung. Im Zuge der Harmonisierung werden auch alle bisherigen Kontonummern durch die IBAN ersetzt.

Repräsentative Umfrage

Um festzustellen, wie weit die Umstellung fortgeschritten ist, hat der Schweizer Finanzplatz das Forschungsunternehmen gfs.bern beauftragt, eine Umfrage durchzuführen. Über 1500 Unternehmen, Verwaltungsstellen und Vereine wurden im Sommer 2017 schweizweit dazu befragt.

Aufwand abhängig vom Automatisierungsgrad

Im Fokus der Umfrage stand die ISO-20022-Umstellung bei Organisationen, die ihren Zahlungsverkehr mit einer Buchhaltungssoftware abwickeln. Sie sind die Hauptbetroffenen der Umstellung und werden in der Umfrage je nach Automatisierungsgrad und Komplexität ihrer Software unterteilt in «stark betroffen» bzw. «mittel betroffen». Unternehmen, die manuell ihre Fakturierung abwickeln und Zahlungen zum Beispiel übers E-Banking auslösen, sind von der ISO-20022-Umstellung insofern nicht tangiert, als sie heute noch nicht proaktiv handeln müssen. Gemäss Umfrage zählt rund je ein Drittel der Organisationen zu den stark, mittel bzw. schwach Betroffenen.

Deutliche Mehrheit hat ein Projekt gestartet

Die Ergebnisse zeigen: Die Umstellungsarbeiten sind fortgeschritten. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten bereits rund 60% der mittel bis stark betroffenen Organisationen ein Umstellungsprojekt gestartet. Im Durchschnitt benötigen die Unternehmen für die Umstellung rund neun Monate. Über die Hälfte der befragten Organisationen hat die Umstellung auf IBAN bereits vollständig abgeschlossen. 40% der Organisationen haben noch kein Projekt gestartet. Sie geben überproportional häufig an, dass sie sich noch im Evaluationsprozess befinden, dass sie es nicht für nötig halten umzustellen oder dass sie noch mehr Informationen brauchen.

Deutliche Zunahme im Jahresvergleich

Vor dem Hintergrund, dass die Erhebung im Juli 2017 durchgeführt wurde, geht der Finanzplatz Schweiz davon aus, dass sich die Zahl der Organisationen, die bis Juni 2018 auf ISO 20022 umgestellt haben, nochmals deutlich erhöhen wird. Das unterstützt auch eine von gfs.bern vor einem Jahr durchgeführte Umfrage. Auch wenn aufgrund der Befragungsgruppen die Ergebnisse nicht ganz direkt vergleichbar sind, wird deutlich, dass sich seit Sommer 2016 die Zahl der gestarteten Umstellungsprojekte mehr als verdoppelt hat.

Umstellung dringend notwendig

Über 90% der befragten Unternehmen sind gemäss Umfrage mit der Funktionsweise des inländischen Zahlungsverkehrs zufrieden oder sehr zufrieden, bei den Auslandszahlungen sind die Werte nur leicht tiefer. Gut eingespielte Abläufe werden nur ungern verändert. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig aufzuzeigen, dass die Umstellung auf ISO 20022 unumgänglich und eine Voraussetzung ist, um digitale Anforderungen und rechtliche Auflagen effizient erfüllen zu können.

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